Wir nehmen Abschied von unserer immer liebenden Mutter, Oma und Uroma Frau Eleonore Oberkandler, geb. Seethaler, geb. 23.9.1921 in München Alt-Perlach.
Sie wohnt dort auf einem landwirtschaftlichen Anwesen mit dem gewerblichen Brunnenbaubetrieb mit 9 Geschwistern und etwas Kleinvieh.
Lasst uns heute an die Zeit zurück denken in der Frau Eleonore Oberkandler geboren wurde. Zwischen Ende des 1. Weltkriegs und dem Beginn des 2. Weltkrieges. Sie erlebte den totalen Niedergang des Landes und deren Folgejahre, bis zur Währungsreform 1948, die gekennzeichnet waren von Hunger und Entbehrungen auf allen Gebieten. In der Tat können wir diese Zeit, alle in Büchern nachlesen, was das jedoch für den einzelnen Menschen bedeutet, in der Zeit zu leben, geschweige denn zu verstehen und zu fühlen, das vermögen wir nie.
Vor allem jedoch Prägen die Eindrücke in der Kindheit, meist unser ganzes Menschenleben.
Mit Stolz erlernte Lori Ihren Beruf als Verkäuferin in der Schokoladenfabrik bei der Fa. Schliche am Münchner Marienplatz. Danach arbeitete Sie gerne als Briefträgerin in Perlach. Mit Ihrer offenen und ehrlichen Art, hat Sie immer gleich viele Menschen kennengelernt. Sie möchte die Menschen und sie mochten sie.
So geschah es dann auch, als Sie Ihre liebe fürs Leben Hr. Anton Oberkandler im elterlichen Betrieb kennen und lieben lernte. Im Jahr 1945 heiratete sie Ihren lieben Toni in der St. Michaels Kirche in Altperlach. Mit Ihm war sie über 60ig Jahre verheiratet. 1946, als seine Tochter Hildegard das Licht der Welt erblickte, war ihr Glück perfekt.
Durch ihre kontaktfreudige Art, hat Sie 1957 einen Tipp bekommen, dass sich doch ihr Ehemann bei der Stadt München bewerben soll. Und siehe da, ihre Beziehungen wurden honoriert und ihr Mann hatte den dort einen guten Arbeitsplatz gefunden. Einige Jahre später, war dann auch eine Stelle als Platzwart bei der Stadtreinigung München ausgeschrieben. Auch diesen neuen Arbeitsplatz bekamen die Beiden und Sie zog zusammen mit Ihrer Familie in ihre neue Heimat Berg am Laim, Neumarkter Strasse. Das Glück war endlich mal auf Ihrer Seite.
Dort hatten sie ein kleines Häuschen, einen Hund und einen großen Garten mit ca. 17.000 m². Diese neue Heimat wurde dann ihr geliebtes Zuhause zusammen mit Mann und Kind.
Seine liebe Tochter Hildegard brachte 1965 ihren geliebten Enkel Richard zur Welt. Er ist bei den Großeltern aufgewachsen und wurde wohlerzogen.
Während der beruflichen Zeit Ihren Ehemanns Toni, arbeitete auch sie stets mit, um die Haushaltkasse aufzufüllen, um sich daraus kleinere Wünsche für die Familie und für sich zu erfüllen. Mal arbeitete Sie als Verkäuferin, mal putzte sie Wohnungen in der Nachbarschaft, keine Arbeit war ihr zu niedrig. Auch ihr soziales Engagement war ihr stets am Herzen, sie wollte, wo es geht, immer gerne helfen. Es war für Sie eine Selbstverständlichkeit, in schwierigen Situationen, dem Neffen Ihrer Schwester, stets eine gute und hilfsbereite Tante zu sein.
Ihre Wünsche waren es auch, immer wieder mal zu reisen, kleine Ziele, die mit dem Auto zu erreichen waren, das hat ihr stets gefallen. Freunde und Familienmitglieder am Wochenende zu besuchen, war ihr viel Wert.
Sie hatte auch immer viel Freude Fasching zu feiern, für Sie war es eine Pflichtkür, bis ins hohe Alter am Faschingsdienstag auf dem Viktualienmarkt mit traumhaften Kostümen zu tanzen. Ein Abdruck, od. Ausschnitt von Ihr, in den darauffolgenden Tageszeitungen oder im Fernsehen, war dann immer gewiss.
Gerne hat Sie auch immer Freunde und Bekannte um sich, sie kamen zu Grillfesten, Geburtstagen, dort wurden sie stets hingebungsvoll mit Knödel, Fleisch, Wurst und Getränken den ganzen Tag versorgt. Keiner musste bei ihr hungrig das Haus verlassen.
In ihrem Rentenalter im Jahre 1983 bekamen sie und ihr Mann eine Stadtwohnung in Perlach-Süd, in der Sie 10 Jahre wohnten. Dort fühlte Sie sich jedoch nie richtig wohl. 1992 haben wir unserer lb. Oma und Opa in Putzbrunn ein neues Zuhause ermöglicht, damit die Beiden in der Nähe Ihrer Familie waren. Dort konnte sie noch viele Feste u. a. die Goldene und Diamantene Hochzeit, sowie runde Geburtstage im Kreise ihrer Lieben feiern. Das heranwachsen ihrer beiden lieben Urenkelinnen Ricarda und Rebecca war für sie ebenfalls eine große Begeisterung. Wenn diese die Uroma besuchten, zückte sie immer noch gerne den Geldbeutel und erhöhte das Taschengeld der Beiden.
Als dann 2007 ihr geliebter Ehemann Toni nach langer schmerzhafter Krankheit von ihr ging, hat sich ihr Leben verändert. Kurz danach hatte Sie sich sehr verletzt und musste in einigen Krankenhäuser und Reha-Kliniken wieder mobilisiert werden. Leider ist es aufgrund Ihres hohen Alters nicht mehr sehr einfach gewesen, alleine zu leben. Sie konnte dann im letzen Jahr bei Ihrer lieben Tochter Hildegard leben, die ihr immer hilfreich zur Seite stand.
Ihr wichtigstes Gut, war immer Ihre Familie. Für uns hat sie immer alles getan, sie war stets eine verlässliche Mutter und Oma die uns die Werte wie Vertrauen, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Benehmen und christlichen Glauben gelehrt hat.
Um den Familienzusammenhalt stets zu hofieren, hat sie es sich bis zuletzt im Januar 2010 nicht nehmen lassen, uns alle in regelmäßigen Abständen zum Mittagessen ins Wirtshaus einzuladen.
Zum Schluß möchten wir uns bedanken: Besonders denen, die sie immer in Gedanken hatten und sie auch in den letzten Wochen während ihrer Krankheit gekümmert und besucht haben. Und ich möchte Gott danken, von dem ich glaube, dass er sie getragen hat und sie nun erlöst hat.
Bedenke:
Der Tod ist wie ein Horizont, dieser ist nichts anderes als die Grenze unserer Wahrnehmung.
Wenn wir um einen Menschen trauern, freuen sich andere,
ihn hinter der Grenze wieder zu sehen.